Historie

Ins Leben gerufen hat den Extra Chor Brandenburg im Herbst 1998 der damalige Chordirektor des Brandenburger Theaters, Ulrich Nolte. Mit Laiensängern sollte der festangestellte Chor des Hauses bei Musiktheaterproduktionen ergänzt und verstärkt werden. Daneben waren separate Auftritte im Theater und an anderen Orten der Stadt vorgesehen. Schnell war der Chor auf mehr als 40 Mitglieder angewachsen, die sich wöchentlich im Theater zu ihren Proben trafen. Im Frühjahr 1999 erfolgte auch der erste Einsatz für das Brandenburger Theater. In Beethovens Fidelio standen wir gemeinsam mit den Profis auf der Bühne des Hauses.

Mit der Auflösung des Ensembles und weiteren umfangreichen Veränderungen im Haus trennte sich der Extrachor mit Beginn der Spielzeit 1999/2000 vom Theater. Ein Domizil fanden wir damals in den Räumen der Yamaha-Musikschule Daniel. Zunächst nur als Übergangslösung gedacht, wurde daraus eine lange Partnerschaft. Fast 10 Jahre hatte der Chor in der Einrichtung am Altstädtischen Markt sein Probendomizil. Mittlerweile erfolgte ein Wechsel in die Räume der städtischen Musikschule Brandenburg.

Obwohl er inzwischen nach Halberstadt gewechselt war, führte Ulrich Nolte den Chor noch ein Jahr weiter. Höhepunkt dieser Zeit war ein Konzert mit Mozarts Krönungsmesse im Sommer 2000 in der Nikolaikirche in Brandenburg. Nach diesem Erfolg schien mit dem erneuten Wechsel von Ulrich Nolte, diesmal nach Kaiserslautern, das endgültige Aus für den Extrachor gekommen zu sein.

Die zahlenmäßig geschrumpfte Truppe blieb aber doch zusammen. Mit wechselnden Leitern und gelegentlichen kleinen Auftritten hielten wir uns mehr schlecht als recht über Wasser. Bis im Herbst 2001 ein neuer Kontakt zum Theater zustande kam. Von nun an hieß das Ziel Freischütz. Verstärkt durch eine Reihe neuer Mitglieder lernten wir in den folgenden Wochen nicht nur unsere Stimmen zu singen, sondern dabei auch noch entsprechend den Anweisungen des Regisseurs auf der Bühne zu spielen. Musikalisch führte den Extrachor in dieser Zeit der Leiter des damaligen Kammerchor Brandenburg e. V., Thomas Hennig. Und es wurde ein Erfolg. Sechs Vorstellungen gab es, alle waren ausverkauft und die Kritiken in der Presse bescheinigten den Beteiligten eine grandiose Leistung. Auch wenn der Beitrag des Extrachores nur bescheiden war, wir waren dabei und wir sind stolz darauf. Übrigens wurden wir auch von den Profis recht schnell akzeptiert. Gleich ob in der Garderobe, auf der Bühne oder beim von uns initiierten Hoffest nach der letzten Vorstellung, fast immer fühlten wir uns als gleichberechtigte Partner.

Während der Freischützvorbereitungen entwickelte sich auch die Zusammenarbeit mit Karsten Drewing. Schon bei der Krönungsmesse unterstützte er den Extrachor, damals als Solist. Nun übernahm er Stück für Stück die Führung beim Einsingen zu Bühnenproben und Vorstellungen sowie bei der laufenden Arbeit an einzelnen Problemstellen. Daraus sollte mehr werden. Schließlich erklärte er sich bereit, den Extra Chor Brandenburg als musikalischer Leiter weiter zu betreuen. Ein Glücksfall für den Chor, wie die weitere Entwicklung zeigen sollte. Mit neuem Repertoire gab es im Juni 2003 erstmals wieder einen öffentlichen Auftritt. Gemeinsam mit dem Frauenchor La Musica aus Brandenburg stellte sich der Extra Chor Brandenburg bei einem Konzert in der Domaula dem Publikum.

Seitdem gab es zahlreiche eigene Konzerte und Auftritte zu verschiedensten Gelegenheiten in der Region um die Havelstadt Brandenburg. Salonabende in der Paretzer Rosenvilla gehörten dazu wie auch Auftritte beim Denkmalstag in Gortz und Adventskonzerte in verschiedenen Kirchen der Umgebung. Bühnenmusik rückte wieder mehr ins Zentrum der Arbeit, blieb aber nicht die einzige Musikrichtung, mit der sich die Freizeitsänger befassten. Und schon sehr bald übertraf die Zahl der Anfragen die Möglichkeiten des Ensembles.

Nie ganz aus dem Blick verloren wurde Theaterarbeit für zwei Sommer wieder spannende Realität für die Truppe. Das event-theater verpflichtete den Chor für seine Produktionen von Faust und Undine im Rahmen des Klostersommers in den Jahren 2006 und 2007. Seit dem Januar 2007 gehören die gemeinsamen Neujahrskonzerte aller sechs von Chorleiter Karsten Drewing betreuten Chöre auch für den Extra Chor Brandenburg zum festen Bestandteil des Konzertkalenders.

Nach fast 10 Jahren gemeinsamer Arbeit gründeten die Mitstreiter im Herbst 2008 für ihren Chor einen eigenen Verein, der auch dem Brandenburgischen Chorverband beigetreten ist. Musikalisch wurde das Jubiläum mit zwei Höhepunkten begangen, einer Chorreise ins Ostseebad Rerik mit intensiver Probenarbeit und einem Konzert im Rahmen der dortigen Musiktage sowie einem völlig ausverkauften Festkonzert im Rittersaal des Brandenburger Doms.


zur Startseite
22. Juli 2009